Reservation Herzeloyde

eine Vergegenwärtigung von Rose Aggeler

Herzeloyde, die Mutter Parzivals, erlebt die Geschichte aus ihrer Perspektive. Aufgewachsen als Königstochter auf der Gralsburg, geht sie ihren zunächst vorbestimmten Weg. Durch Liebes- und Schmerzerfahrung findet sie immer mehr sich selber.

Sie hat ihren Gatten nach kurzem Glück verloren und zieht sich mit ihrem gemeinsamen Sohn in die Einsamkeit zurück.
Aber es gelingt ihr nicht, ihn, Parzival, davon abzuhalten, Ritter zu werden wie sein Vater. Ihr Herz bricht beim Abschied.

Nun begleitet sie ihr geliebtes Kind als Seele auf seinem schweren Weg zu sich selber. Ein schwerer Weg auch für sie: die Kunst, zu leiten, zu helfen, loszulassen. Es reift nicht nur die einzelne Person, Parzival, sie selbst, es reift die Beziehung hin zum freien Raum zwischen zwei eigenen, unterschiedlichen Individualitäten.

Der Gedichtzyklus „Herzeloyde, eine Vergegenwärtigung" nähert sich in lyrischer Verdichtung der Frauengestalt aus dem mittelalterlichen Epos. Sie berührt uns als stände sie uns heute gegenüber, eine Mutter, die ihr Kind und sich selber vor allem Leid bewahren will, das sie in ihrem bisherigen Leben schon durchgemacht hat.

 

Samstag, 20.06.2026, 18.00 Uhr
Sonntag 21.06.2026, 11.00 Uhr

Türöffnung: 45 Min. vor Beginn